Ärztebedarf in Deutschland steigt – Dem erhöhten Stress für Ärzte durch optimierte Praxisabläufe entgegenwirken

08.08.2016 08:00  Von: Martin Meyer

In den letzten Jahren wird die Entwicklung der Ärzteschaft in Deutschland in der Öffentlichkeit kontrovers diskutiert. Während die absolute Zahl der Ärzte in Deutschland immer noch im Steigen begriffen ist (von ca. 365.200 in 2014 auf derzeit ca. 371.300, Quelle: STATISTA), herrscht in bestimmten Fachbereichen (z. B. Allgemeinmedizin) und vor allem in ländlichen Gebieten ein teilweise eklatanter Ärztemangel. In Deutschland ist der Trend zu verzeichnen, dass in Ballungsräumen wie Berlin, Hamburg und Bremen mit 700 Ärzten pro 100.000 Einwohnern eine „Ärzteüberschuss“ zu verzeichnen ist, während in Niedersachsen und den ostdeutschen Bundesländern mit 400 Ärzten pro 100.000 Einwohnern ein eklatanter Ärztemangel herrscht (Quelle: AOK Ärzteatlas 2016). Dieser wird sich aufgrund der demographischen Entwicklung in den kommenden Jahren noch deutlich verstärken. Denn nicht nur die Patienten werden immer älter, auch das Durchschnittsalter der Ärzte nimmt kontinuierlich zu: von 1993 bis 2012 stieg das Durchschnittsalter der Kassenärzte von ca. 46 auf ca. 53 Jahre an – Tendenz steigend (Quelle: www.hausärztemangel.info).  2015 legten nur 11 % der Ärzte ihre Facharztprüfung in Allgemeinmedizin ab, früher lag der Anteil der Allgemeinmediziner bei 40 %. Durch die zunehmende Alterung der Gesellschaft steigt aber die Zahl der Arztbesuche bei Allgemein- und Fachärzten stetig an. Dies führt zwangsläufig zu mehr Stress in den betroffenen Arztpraxen – sowohl bei Patienten, beim Personal sowie den Ärzten.


Wie kann ein Arzt/die Ärzteschaft auf den Missstand beim Ärztemangel bzw. die ungünstige Ärzteverteilung in Deutschland reagieren?


Mittelfristig kann jeder einzelne Arzt seinen Beitrag zur Überwindung der Misere leisten, indem er sich in Berufsverbänden organisiert, die über die Öffentlichkeit Druck auf die politisch Verantwortlichen ausüben, damit die Situation der ärztlichen Versorgung in Deutschland langfristig und nachhaltig verbessert wird. Insbesondere sollte Druck auf die Bildungspolitik ausgeübt werden, um z. B. den Beruf des Allgemeinmediziners für angehende Studenten attraktiver zu machen und so diesen partiellen Ärztemangel zu beheben. Da sich in der Bildungs- und Gesundheitspolitik Veränderungen nur langsam und mit großem Zeitverzug durchsetzen lassen, bleibt den vom Ärztemangel betroffenen Ärzten kurzfristig nur die Möglichkeit, sich an die jetzige Situation anzupassen und den Praxisbetrieb zu optimieren. Denn aufgrund der oben beschriebenen Ärztesituation kommt es zu kontinuierlich immer weiter ansteigenden Patientenzahlen – vor allem in Gegenden mit stagnierender Arztdichte. Dies führt zwangsläufig zu mehr Arbeitsaufwand und weniger Zeit für den Arzt-Patienten-Kontakt, worunter die Qualität der ärztlichen Betreuung leiden kann. Viele Ärzte begegnen diesem Missstand, indem sie mehr Personal einstellen und/oder die Praxisräumlichkeiten erweitern. Dies bedeutet in der Regel einen erhöhten Kostenaufwand, kann aufgrund des erweiterten bzw. veränderten Personalstandes zwischenmenschliche Spannungen verursachen und führt nicht immer zwangsläufig zu besseren Behandlungsabläufen innerhalb der Arztpraxis. Wesentlich effektiver ist es, evtl. in Kombination mit der personellen und räumlichen Umstrukturierung der Praxis mit dem zielgerechten Einsatz optimaler Medien die Praxisorganisation zu optimieren und für eine effektive und zeitnahe Umsetzung professionelle Anbieter zu beauftragen.


Wenn trotz aller Anstrengungen in der Optimierung der Arbeitsabläufe und Praxisorganisation „der Himmel auf den Kopf fällt“: Unterstützung von außen in Anspruch nehmen


Viele Arztpraxen werden es kennen: Aufgrund von zu vielen Patienten entsteht Stress in der Praxis, so dass man keine Zeit mehr findet, sich mit der Beseitigung der Ursachen auseinanderzusetzen und diese zu beseitigen. Erhöhter Arbeitsaufwand bedeutet, dass die Praxis sich sehr gut organisieren muss, um nicht im zu versinken. Hier hilft es, professionelle Hilfe von außen in Anspruch zu nehmen z.B. durch erfahrene Praxistrainer. Die von erfahrenen Trainern durchgeführten Praxis-Trainings beinhalten meistens eine genaue Bestandsaufnahme der derzeitigen Praxissituation mit einer zielgerichteten Analyse von Zeitmanagement, Team-/Patientenkommunikation, Personal- und Materialeinsatz und des zwischenmenschlichen Umgangs. Anschließend erfolgt die Erarbeitung eines genau auf die Praxisbedürfnisse zugeschnittenen Trainingskonzeptes mit detailliertem Zeitplan und die Einweisung in die effektive Umsetzung der beschlossenen Maßnahmen.

Mit professioneller Unterstützung gelingt es den Praxen viel besser sich umzuorganisieren und die Praxis wieder zukunftssicher zu machen.


Kleine Ursache – große Wirkung: effektiver Einsatz moderner Medien in der Arztpraxis


Für die Optimierung der Praxisabläufe ist nicht immer ein großer Aufwand nötig: mit modernen Medien lässt sich der Praxisalltag schnell und preiswert wesentlich effektiver und harmonischer gestalten. Denn Patienten, die über eine eigene Praxishomepage, detaillierte Themenflyer und ein Wartezimmer-TV vorab über Leistungen und Besonderheiten der Praxis informiert wurden, verkürzen aufgrund ihres Vorwissens die Beratungs- und Behandlungszeit spürbar und bewirken so einen deutlich verringerten Stressfaktor von Ärzten und Praxispersonal. So bleibt mehr Zeit für die wichtigen Dinge des Lebens.


Fazit


Mit den oben beschriebenen Konzepten lassen sich auch zukünftig durch gesundheitspolitisch und demographische Ursachen bedingte Stresssituationen in Arztpraxen aufgrund des Ärztemangels in Deutschland bewältigen: zum Wohle und zur Zufriedenheit von Ärzten, Praxispersonal und Patienten.

Martin Meyer

Geschäftsführer von Meyer-Wagenfeld

Seit über 10 Jahren leite ich als Unternehmer der dritten Generation Meyer-Wagenfeld. Meine Mission war es, den Wandel von einer Formulardruckerei zu einem modernen Dienstleister für Praxismarketing zu schaffen. Und jetzt macht es Spaß, mittendrin zu sein


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