Arztbewertungsportale – Ärgernis oder Chance?

02.12.2014 14:30  Von: Martin Meyer

Viele Portale, wenig Bewertungen


Immer mehr Patienten recherchieren nach Gesundheitsinformationen und nach Ärzten im Internet. Dieses Bedürfnis nach detaillierten Informationen haben sich viele (vorrangig kommerzielle) Anbieter zunutze gemacht. Ob Jameda, Esando oder Imedo, seit 2007 sprießen die Arztbewertungsportale im Internet wie Pilze aus dem Boden. Sie versprechen gutes Marketing und Imagepflege für die Arztpraxis. Über die Qualität der Bewertungen lässt sich allerdings streiten.


Wie funktionieren die Bewertungsportale?


Die Bewertungsverfahren der einzelnen Anbieter sind sehr unterschiedlich und daher nicht wirklich zu vergleichen. Der Benutzer muss vorgefertigte Fragebögen ausfüllen. Um die Bewertung darzustellen arbeiten manche Portale mit Sternen, andere mit Schulnoten. Allen gemeinsam ist jedoch, dass die Anzahl der Bewertungen äußerst dürftig ist – eine Vielzahl von Ärzten hat keine einzige Beurteilung – und die Bewertungen daher nicht gerade aussagekräftig sind. Bei den meisten Portalen sind auch Freitextfelder vorhanden, in denen der Benutzer seine Benotung kommentieren kann. Dies birgt allerdings ein hohes Risiko für Schmähkritik. Unzufriedene Patienten können ihrem Ärger hier freien Lauf lassen. Dieser Umstand hat schon viele Praxen dazu bewegt, gegen solche Einträge zu klagen – allerdings ohne Erfolg.


BGH entscheidet: Ärzte dürfen im Internet bewertet werden


Der BGH hat gerade im Herbst dieses Jahres entschieden, dass Ärzte keinen Anspruch auf das Löschen von Bewertungen auf einem Internetportal haben. Zudem sind die Internetdienste nicht verpflichtet, die Namen anonymer Nutzer an Privatpersonen herauszugeben. In der Urteilsbegründung wird vor allem auf das Recht der freien Meinungsäußerung verwiesen. Zudem müssten sich die Ärzte dem heute herrschenden Wettbewerb und Marktmechanismen stellen, wozu auch die öffentlichen Bewertungsportale gehörten. Dieser Wettbewerb sei auch vor dem Hintergrund des Patientenrechtes auf freie Arztwahl bedeutsam. Fakt ist also: Ärzte dürfen im Internet bewertet werden – auch anonym und in der Regel von medizinischen Laien, welche die medizinische Kompetenz des Arztes nicht immer richtig einschätzen können.


Doch was können Ärzte tun, um ihr Image im Internet zu schützen?


Das Wichtigste: Verschließen Sie nicht die Augen! Der „Bewertungs-Trend“ wird sich weiter ausbreiten, Ihnen bleibt also nur die Wahl, sich an den Berichten über die eigene Person aktiv zu beteiligen. Leider werden viele Ärzte erst dann tätig, wenn sie zufällig eine negative Bewertung über sich im Netz finden. Dabei sollten Sie schon viel eher etwas für ihre Präsenz im Netz tun.


Drei Tipps für den Umgang mit Bewertungsportalen


1. Schaffen Sie Ihre eigene Plattform im Netz: Ihre Praxis-Homepage


Auf Ihrer eigenen Internetpräsenz haben Sie die Chance, Ihre Praxis so darzustellen, wie sie wirklich ist und nicht, wie andere sie sehen. Stellen Sie sich und Ihr Team vor, berichten Sie über die Leistungen, die Sie anbieten und stellen Sie Fotos ein. So bekommen die Patienten ein positives Bild von Ihnen. Bringen Sie die Patienten dazu, sich an Sie direkt zu wenden und nicht auf einem Bewertungsportal zu forschen.


2. Behalten Sie die Bewertungen im Auge


Sie haben zwar nicht die Möglichkeit, Beiträge löschen zu lassen, allerdings können Sie alle Beiträge auf den Portalen, die Sie als Arzt betreffen, ausführlich kommentieren. Dazu müssen Sie sich zunächst bei dem Portal registrieren, damit Sie sich als der betreffende Arzt ausweisen können. Sie haben dann die Möglichkeit negative Kritik aufzufangen, indem Sie sich entschuldigen oder aber Dinge richtig stellen. Das zeigt den Patienten, dass Sie die Kritik ernst nehmen. Viele Argumente können so sicherlich entkräftet werden. Gleichzeitig können Sie natürlich auch Lob kommentieren und sich für die positive Kritik bedanken.


3. Premium-Zugänge – viel Geld für wenig Leistung


Die Registrierung ist bei den Portalen kostenfrei. Teuer wird es allerdings, wenn Sie ein so genanntes Premium-Profil mieten möchten. Bei so einem Profil dürfen Sie u. a. zusätzlich Fotos hochladen, die Leistungen Ihrer Praxis darstellen, zudem wird Ihr Profil im Portal hervorgehoben. Allerdings sind hier Kosten von 150 Euro monatlich keine Seltenheit. Bei der Vielzahl von Bewertungsportalen stellt sich dann die Frage, welches Portal man bevorzugt behandeln möchte.Wägen Sie genau ab, ob diese Extra-Leistungen ihr Geld wert sind. Kostengünstiger ist es, sich bei allen wesentlichen Portalen einen kostenfreien Basis-Zugang einzurichten und die Bewertungen zu beobachten. Falls sich negative Kritik einschleicht handeln Sie sofort und kommentieren Sie den Beitrag sachlich.


Meyer-Wagenfeld unterstützt Sie beim Umgang mit den Bewertungsportalen


Meyer-Wagenfeld kann Sie bei diesen Aktivitäten unterstützen. Wir erstellen Ihnen eine Praxis-Homepage in Ihrem persönlichen Corporate-Design mit allen wichtigen Informationen für Ihre Patienten. Auf Ihren Wunsch überwachen wir zusätzlich die Einträge bei den gängigen und größten Bewertungsportalen, informieren Sie bei schlechter Kritik und unterstützen Sie bei der Kommunikation. Um Ihre positiven Empfehlungen im Netz zu steigern, können Sie sich auch von zufriedenen Patienten auf einem oder mehreren Portalen Ihrer Wahl weiterempfehlen lassen. Dies geht ganz einfach mit einer Verlinkung auf Ihrer Praxis-Homepage.


Falls Sie Fragen oder Probleme beim Umgang mit den Bewertungsportalen haben, wenden Sie sich gern an unsere Homepage-Kundenbetreuung.


Ihr Martin Meyer

Martin Meyer

Geschäftsführer von Meyer-Wagenfeld

„Seit über 10 Jahren leite ich als Unternehmer der dritten Generation Meyer-Wagenfeld. Meine Mission war es, den Wandel von einer Formulardruckerei zu einem modernen Dienstleister für Praxismarketing zu schaffen. Und jetzt macht es Spaß mittendrin zu sein


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