Mehr Transparenz bei der Vermittlung und Anwendung von IGeL-Leistungen zwischen Arzt und Patient

27.05.2016 08:00  Von: Martin Meyer

IGeL-Leistungen genießen in der öffentlichen Berichterstattung – häufig zu Unrecht – in der Tendenz einen eher schlechten Ruf. Daher ist es für den Arzt besonders wichtig, auf dieses schlechte Image der individuellen Gesundheitsleistungen in den Medien in seiner Arztpraxis mit einer gezielten Information seiner Patienten über die von ihm angebotenen Zusatzleistungen zu reagieren. Denn ein aufgrund von unseriösen oder teilweise auch falschen Informationen verunsicherter Patient wird keine Zusatzleistungen in Anspruch nehmen, selbst wenn sie für seine Gesundheit und sein Wohlergehen von großer Bedeutung wären.


Warum gibt es individuelle Gesundheitsleistungen?


Die gesetzlichen Krankenkassen können aufgrund ihres Budges nur Leistungen erstatten, die „ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sind und die das Maß des Notwendigen nicht überschreiten“. Da die Medizin dauernd Fortschritte macht und die Etats der gesetzlichen Krankenkassen beschränkt sind, können (und wollen) diese nicht alle Behandlungen und Untersuchen finanzieren, die für die Gesundheit der Patienten von Bedeutung wären. Daher bieten viele Ärzte seit den 90er Jahren auf die Bedürfnisse der Patienten abgestimmte sinnvolle Zusatzleistungen an.


Wie funktioniert eine optimale Information über individuelle Gesundheitsleistungen zur allgemeinen Zufriedenheit von Arzt und Patient?


Auch in einer optimal organisierten Arztpraxis lassen sich Wartezeiten seitens der Patienten nicht vermeiden. Diese Zeiten lassen sich optimal nutzen, um den Patienten auf die Praxisbesonderheiten hinzuweisen. Im Idealfall wird die Auswahl der übermittelten Medien wie z. B. Flyer zu bestimmten Vorsorgeuntersuchungen von den Arzthelferinnen vorab gezielt auf die medizinischen Bedürfnisse des Patienten abgestimmt. Die Informationen im Wartezimmer-TV eignen sich ebenfalls hervorragend zur entspannenden Vermittlung von wichtigen Vorsorgeleistungen und Behandlungen für die Patienten. Ein weiterer Vorteil: Durch die Unterhaltung verkürzt sich die „gefühlte“ Wartezeit für den Patienten, zudem lässt sich die häufig vor dem Arztkontakt entstehende Angst mindern, indem der Patient (positiv) abgelenkt wird. Da sich Patienten immer häufiger vorab im Internet über die Angebote der jeweiligen Arztpraxis informieren, ist eine gut gestaltete und informative Homepage das ideale Medium, um die Patienten gut informiert in die Praxis kommen zu lassen, wo man das zuvor angesammelte Wissen durch geeignete Medien nochmals vertiefen kann.


Transparenz beim Abschluss von individuellen Gesundheitsleistungen


Ein vorab gut informierter Patient wird einer ihm vom Arzt bzw. der Arzthelferin angebotenen individuellen Gesundheitsleistung wesentlich positiver gegenüber eingestellt und sie häufiger in Anspruch nehmen, wenn er durch seinen Informationsstand über den positiven Nutzen für seine Gesundheit überzeugt ist und er das Gefühl hat, das jeweilige Angebot aus freien Stücken in Anspruch zu nehmen. Zudem wird weniger wertvolle Arztzeit verschwendet, da beim Arzt-Patientengespräch auf die Vermittlung von relativ unwichtigen Details verzichtet werden kann. Das Angebot für auf den Patienten abgestimmte IGeL sollte immer sachlich-medizinisch fundiert sein und ohne anpreisende Werbung auskommen. Wichtig ist, vor allem bezüglich der anfallenden Kosten durch vorher ausgefüllte Einverständniserklärungen für Transparenz zu sorgen. Pauschale Gebühren sollten vermieden werden, die Gebühren im vorab abgefassten schriftlichen Behandlungsvertrag sollten sich immer nach der GOÄ richten.


Fazit


Eine strukturierte und einfühlsam durchgeführte Vermittlung von notwendigen individuellen Gesundheitsleitungen kann zu einer verstärkten Arzt-Patientenbindung und -zufriedenheit führen, da der Patient das Gefühl erhält, dass in der jeweiligen Praxis das Beste für seine Gesundheit unternommen wird.


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