Zusatzleistungen: Schriftliches Einverständnis nicht vergessen!

01.04.2015 14:00  Von: Akademie

Wenn in den Medien Zusatzleistungen kritisiert werden, so ist das Fehlen von einer eingehenden Beratung und Kostenaufklärung oft der Hauptkritikpunkt. Umso wichtiger ist es für Ärzte, die Beratung und Kostenaufklärung der Patienten professionell in ihren Praxisalltag einzubinden, um eventuellem Ärger vorzubeugen. In vorangegangenen Blog-Beiträgen haben wir schon häufiger darüber berichtet, wie die Beratung optimal durch Praxismitarbeiterinnen vorbereitet und unterstützt werden kann. Auch die Kostenaufklärung und das Abschließen eines Behandlungsvertrages sind unabdingbare Bestandteile beim Anbieten von Zusatzleistungen – und doch werden sie oft vernachlässigt. Ein Fehler, der sie teuer zu stehen kommen kann und der absolut vermeidbar ist.


In unserer täglichen Arbeit fällt uns immer wieder auf, dass gerade der Einsatz von Einverständniserklärungen für den Vorsorge- und Zusatzleistungsbereich in vielen Praxen stiefmütterlich behandelt wird. Viele Ärzte verzichten ganz auf schriftliche Behandlungsverträge oder die Verträge sind nur unzureichend verfasst. Dabei bilden die Einverständniserklärungen eine fundierte Grundlage, um:



  • rechtliche Unklarheiten, unter anderem in Bezug auf Aufklärung und Einwilligung des Patienten (§ 630 a-f, BGB) zu vermeiden und

  • durch Dokumentation der Kostenaufklärung vor der Behandlung monetäre Ansprüche durchzusetzen.


Ansprüche immer schriftlich festhalten


Ärzte sind nach dem Bundesmantelvertrag verpflichtet, einen Behandlungsvertrag abzuschließen, bevor eine Zusatzleistung durchgeführt wird. Das bedeutet, nur mit einem schriftlichen Einverständnis des Patienten, dass die Zusatzleistung auf eigenes Verlangen erbracht wurde, sind Sie juristisch auf der sicheren Seite und können in einem Streitfall Ihre Ansprüche durchsetzen. Denn immer wieder kommt es im Praxisbetrieb vor, dass ein Patient mit der Behandlung unzufrieden ist oder aufgrund von Fehlinformationen seiner Krankenkasse überrascht ist, dass er die Zusatzleistung selbst zahlen muss.


Für den Fall, dass Zusatzleistungen von Vertragsärzten gegenüber gesetzlich Krankenversicherten erbracht werden, ist der schriftliche Behandlungsvertrag absolut zwingend. Bei Privatpatienten ist ein Behandlungsvertrag nicht vorgeschrieben, ist aber dennoch zu empfehlen, um die Transparenz für den Patienten und die Rechtssicherheit für den Arzt zu erhöhen.


Eine korrekte Einverständniserklärung sollte Folgendes beinhalten:



  • Angaben zur Person von Patient und Arzt.

  • Eine Aufstellung der Leistungen mit Anzahl, GOÄ-Nummer, Kurzbezeichnung der Leistungen, dem Steigerungsfaktor und des daraus resultierenden Betrages der Leistung.

  • Erklärung, dass die Behandlung auf eigenen Wunsch erfolgt und der Patient nicht dazu gedrängt wurde.

  • Hinweis, dass die Leistungen nicht zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkasse gehören.

  • Hinweis, dass der Patient selber zahlungspflichtig ist und dass die Kosten von der Krankenkasse nicht (auch nicht teilweise) übernommen werden können.

  • Hinweis auf die Liquidation der Leistungen auf Basis der GOÄ.

  • Ort, Datum und Unterschrift von Patient und Arzt.


Der bürokratische Mehraufwand mag Ihnen lästig erscheinen, schenken Sie dennoch den korrekten Vereinbarungen mehr Aufmerksamkeit. Durch eine gute Beratung und professionelle Abwicklung können Sie das Vertrauen der Patienten wecken.


Arbeitserleichterung durch feste Vorsorgepakete und Vordrucke


Sie können sich die Arbeit erleichtern, indem Sie sich im Praxisteam gemeinsam überlegen, welche Zusatzleistungen Sie anbieten möchten und für jedes Angebot feste „Pakete packen“. Das bedeutet, Sie verfügen über konkrete Preismodelle, die Sie dem Patienten vorlegen können. Dies ist vor allem für das Patientengespräch von Vorteil, denn ein Nachschauen der Preise während des Gesprächs oder die vage Angabe eines „von/bis-Preises“ verunsichert den Patienten und stört das Beratungsgespräch.


Im letzten Blog-Beitrag wurde darauf hingewiesen, dass in den Mappen zum Wartezimmer-Kino die Einverständniserklärung zu bestimmten Zusatzleistungen bereits enthalten ist. Dies minimiert den schriftlichen Aufwand im täglichen Praxisbetrieb enorm. Meyer-Wagenfeld unterstützt Sie zudem mit individuellen Einverständniserklärungen, in die häufig abzurechnende Zusatzleistungen inkl. GoÄ-Ziffer, Kurzbeschreibung, Faktor und Betrag von vornherein eingedruckt sind.


Einverständniserklärung auch bei geringen Beträgen


Gehen Sie auf Nummer sicher und schließen Sie auch bei geringpreisigen Zusatzleistungen einen Behandlungsvertrag ab. Wegen des vermeintlich hohen Zeitaufwandes wird hier oft darauf verzichtet, allerdings ist der Zeitaufwand mit entsprechenden Vordrucken, die Sie hier bei uns im Meyer-Wagenfeld-Shop erhalten, denkbar gering. Der Gewinn an Rechtssicherheit für Ihre Praxis ist hingegen enorm.


Achtung: Eine Einverständniserklärung ersetzt nicht die Rechnung! Wie üblich erhält jeder Patient eine Quittung/Rechnung über die erfolgte Leistung. Auch diese erhalten Sie im Meyer-Wagenfeld-Shop.


Jede Einverständniserklärung, Quittung oder Privatabrechnung kann selbstverständlich auch an das individuelle Corporate-Design der Praxis angepasst werden.


Scheuen Sie sich nicht, uns anzusprechen, wenn Sie Fragen zu dem Thema Einverständniserklärungen/Behandlungsverträge haben. Der schriftliche Aufwand in der Praxis lässt sich auf ein Minimum reduzieren – und gleichzeitig bleiben Sie mit professionellen Einverständniserklärungen auf der sicheren Seite.


Ihre Meyer-Wagenfeld-Akademie

Katja Kehlbeck - Meyer-Wagenfeld Akademie

Ich bin Mitarbeiterin der Meyer-Wagenfeld-Akademie und unterstütze Sie bei Ihrer Praxisorganisation.


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