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Angst beim (Zahn-)Arzt vermeiden – Patienten richtig informieren

Ein wesentlicher Teil der ärztlichen Tätigkeit ist die Information und Aufklärung von Patienten über medizinische Diagnosen und über das Vorgehen bei Behandlungen oder operativen Eingriffen. Diese Informationen für Patienten verständlich und gleichzeitig nicht abschreckend zu kommunizieren, erweist sich häufig für viele Ärzte und ihr Praxisteam als Herausforderung.

Es ist bekannt, dass Patienten bei einer rein mündlichen Aufklärung nur einen geringen Prozentsatz der Informationen tatsächlich aufnehmen können. Hinzu kommt, dass Patienten mit den Informationen ihres Arztes häufig überfordert sind, diese nicht verstehen und dass Informationen über bestimmte Eingriffe sie sogar verängstigen. Als grundlegende Schwachstelle im Behandlungsprozess konnte demnach die Qualität und Vermittlung der Patienteninformation identifiziert werden. Allgemein gehaltene Aufklärungsbögen helfen Patienten oft nicht, ihr Risiko richtig einzuschätzen.

Angst bei Patienten: Schutz oder Risiko?

Die Facharztgruppe, bei der die meisten Menschen wohl zumindest ein mulmiges Gefühl beim Gedanken an eine bevorstehende Behandlung bekommen, sind Zahnärzte. Tatsächlich fürchtet sich in Deutschland jeder Zehnte vor dem Zahnarztbesuch. Kein Wunder, wenn man den folgenden Satz aus einer Patienteninformation zur Wurzelspitzenresektion liest: „Zunächst durchtrennt der Zahnarzt das Zahnfleisch und die Knochenhaut (…) mit speziellen Knochenfräsen erfolgt die Abtragung des Knochens im Bereich der Wurzelspitze“. Aber auch andere Facharztgruppen müssen ihre Patienten häufiger über mögliche Komplikationen informieren, die in Ausnahmefällen sogar lebensbedrohlich sein können. So kann es bei einer rückenmarksnahen Anästhesie zu einer Querschnittslähmung kommen und jede Mandeloperation beim Kind kann im schlimmsten Fall tödlich enden. Oftmals ist auch die Information über schambehaftete Gesundheitsthemen oder Behandlungen schwierig oder sogar unangenehm für Arzt und Praxismitarbeiter. Auch wenn mögliche Komplikationen meistens sehr selten sind, müssen Patienten vor einem Eingriff darüber aufgeklärt werden. Denn nur ein aufgeklärter Patient kann rechtsgültig in die bevorstehende Behandlung einwilligen.

Bei manchen Patienten erhöht sich die Angst vor dem Eingriff durch die Informationen über Risiken allerdings so sehr, dass sie Panik vor den möglichen Komplikationen bekommen und genau abwägen, ob der Eingriff notwendig ist. Auf der einen Seite ist es positiv, wenn der Patient sich mit der Behandlung auseinandersetzt und befähigt wird, selbst Entscheidungen zu treffen. Auf der anderen Seite kann diese Angst auch eine Art Lähmung verursachen, die den Patienten in ungefährlichen Situationen handlungsunfähig macht. Ursprünglich ist die Angst ein Instrument, das uns schützen soll. Die Chance, dass der Patient durch die Verarbeitung seiner Ängste Schaden nimmt, ist allerdings umso größer, je umfangreicher und exakter die Risiken eines Eingriffes beschrieben werden. Aktuelle Erkenntnisse zur Gesundheitskompetenz zeigen außerdem, dass mehr als die Hälfte der Menschen in Deutschland Schwierigkeiten hat, gesundheitsrelevante Informationen zu verstehen, zu verarbeiten und anzuwenden. Viele Patienten benötigen deshalb Unterstützung bei der Wissensverarbeitung und bei der Beurteilung und Nutzung von Informationen. Die Waage zwischen medizinisch-fundierter und gleichzeitig einfühlsamer Patientenaufklärung will gefunden werden. Hierin besteht die alltägliche Herausforderung für Ärzte und MFAs. Ein Patient, der sich individuell und richtig informiert weiß, begibt sich schlussendlich gerne in vertrauensvolle Hände zur Behandlung. 

Tipps für gute Patienteninformation und -aufklärung

Es stellen sich folgende Fragen: Was wollen und was sollen Patienten wissen? Wie viel Patienteninformation und -aufklärung muss sein? Patienten sollten so über die Leistungen der Arztpraxis informiert und aufgeklärt werden, dass ihnen Risiken und Komplikationen bekannt sind, sie aber dennoch den Nutzen erkennen und keine Angst vor der Behandlung entwickeln. Qualitätskriterien für gute Patienteninformationen sind national und international mehrfach formuliert worden. In Deutschland kann man sich an der „Guten Praxis Gesundheitsinformation“ vom Deutschen Netzwerk Evidenzbasierte Medizin orientieren. Nutzen und Schaden aller in Frage kommender Behandlungen einschließlich der Nicht-Behandlung müssen dem Patienten vermittelt und anhand von relevanten Behandlungsergebnissen dargestellt werden. Die Informationen stützen sich dabei auf den aktuellen Stand des Wissens, sind frei von (versteckter) Beeinflussung und beantworten auf verständliche Weise die Fragen von Patienten. So kann den Patienten dabei geholfen werden, Entscheidungen zu treffen, die ihren Präferenzen entsprechen. Darüber hinaus werden in dem Positionspapier folgende Anforderungen an gute Patienteninformationen gestellt:

  • Verständlichkeit
  • Unabhängigkeit und Ausgewogenheit
  • Transparenz bei Interessenkonflikten und Finanzierung
  • Vermittlung eines realistischen Krankheitsbildes
  • Systematische Recherche und Bewertung der Evidenz
  • Angemessene Risikokommunikation

 

Digitale Hilfsmittel

Zur Optimierung der Informationsvermittlung werden im Arzt-Patienten-Gespräch schon häufig Hilfsmittel wie Zeichnungen, Bilder, Röntgenbilder oder Modelle eingesetzt. Deutlich effektiver kann dieser Prozess über eine multimediale Vermittlung der Inhalte gestaltet werden, die optimal an den Patienten angepasst ist. Digitale Hilfsmittel wie ein PraxisTAB oder ein Wartezimmer-TV entlasten Arzt und Praxisteam gleichermaßen: Sie können die Qualität der Aufklärung und Informationsvermittlung ohne Mehraufwand verbessern und ermöglichen ein vereinfachtes, ansprechendes und gezielteres Arzt-Patienten-Gespräch. Die Darstellung komplexer Informationen ist einfach und vielseitig: Medien wie Text, Bild, Grafik, Animation oder Video unterstützen die Präsentation der Informationen. So können auch komplizierte, unbeliebte oder unangenehme Informationen verständlich und interessant aufbereitet werden.

Medizinische Redaktion bei Meyer-Wagenfeld

Wir von Meyer-Wagenfeld unterstützen niedergelassene Ärzte bei der Information ihrer Patienten. Unsere medizinische Redaktion erstellt seit Jahren mit großem Erfolg patientenfreundliche, medizinisch fundierte und rechtssichere Texte nach dem Heilmittelwerbegesetz. Mit unseren digitalen Marketingprodukten ermöglichen wir auch Ihnen eine unaufdringliche und umfassende Patienteninformation. Ob Praxishomepage, Wartezimmer-TV, oder auch papierbasierte Poster oder Praxisflyer – alle Inhalte werden von unserer medizinischen Redaktion verfasst und geprüft. Wenn Sie Hilfe brauchen, kontaktieren Sie uns gerne. Wir freuen uns auf Ihren Anruf oder Ihre E-Mail!

 

Milena Kipka

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